Stärkeres Interesse am Basketball

Mit dem „Huddle“ verabschieden sich die Spieler der U16 und U18 der Basketball-Spielgemeinschaft Baesweiler/Herzogenrath hier nach dem Training.. | Foto: Günther von Fricken
Mit dem „Huddle“ verabschieden sich die Spieler der U16 und U18 der Basketball-Spielgemeinschaft Baesweiler/Herzogenrath hier nach dem Training.. | Foto: Günther von Fricken

Die Spielgemeinschaft Baesweiler/Herzogenrath merkt stärkeren Zulauf, hofft aber auf weitere Effekte durch Siege.

Von Günther von Fricken (Aachener Nachrichten)

 

Stehende Ovationen in der Kölner Lanxess-Arena für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft.
Euphorie und Emotionen pur nach dem Auftaktsieg bei der Europameisterschaft gegen den Mit-Turnier-
Favoriten Frankreich und bei den folgenden beiden Siegen gegen Bosnien-Herzegowina und Litauen.
Und mittendrin Mitglieder der Basketball-Spielgemeinschaft Baesweiler/Herzogenrath, die sich auf den Weg nach Köln gemacht hatten, um
live mit dabei zu sein.

 

Tolle Stimmung in der Halle
„Die Riesenbegeisterung haben sie über die Social-Media-Kanäle geteilt, so dass wir tolle Stimmung in der Halle mitfühlen konnten“,
berichtet Markus Weiden, Vorsitzender des Baesweiler Teils der Spielgemeinschaft, in der schon seit vielen Jahren die „Lions“ aus
Baesweiler mit dem BBCHerzogenrath kooperieren. Sie sind damit die größte Anlaufstelle für den Basketball-Sport im Nordkreis. „Wobei“, sagt Markus Weiden, „der Basketball-Sport in Deutschland trotz der großen Beliebtheit des ehemaligen Weltklasse-Spielers Dirk Nowitzki immer noch eher ein Nischendasein führt.“ „Als Randsportart erfahren wir insgesamt zu wenig öffentliche Beachtung.
Deshalb ist es meineHoffnung, dass sich dies vielleicht durch die Erfolge der deutschen Basketballer bei der EM im eigenen Land
ändert“, schildert er die aktuelle Situation. Ähnlich, so denkt er, wie bei der Handball-Weltmeisterschaft vor 15 Jahren, als Deutschland überraschend gewann und es einenHandball-Hype gab. Oder aber nach den Erfolgen der deutschen Fußball-Frauen bei derEM2022 in England, als der Frauen-Fußball deutlich an Popularität gewann. „Eine solche mediale Beachtung bringt schon Werbung für einen bis dahin nicht so bekannten Sport“, so Weiden weiter. Und dieser momentane Hype könnte durchaus so weiter gehen, denn nach den Siegen in der Vorrunde traut der SG-Chef dem Team auch durchaus eine Platzierung im Bereich der Medaillenränge zu. Was die Auswirkungen auf den lokalen Basketball-Sport angeht, so stellt er bereits seit dem Abflachen der Corona-Welle eine zunehmende
Nachfrage vor allem im Jugendbereich fest, so dass hier eine weitere Mannschaft ins Leben gerufen werden konnte.

 

Das bestätigt auch Michael Hilgers, Trainer der U-18-Jugend. „Wir haben im Jugendbereich jetzt über 80 Spieler, hinzu kommt unsere Mädchenmannschaft“, nennt er aktuelle Zahlen, Tendenz steigend. Für zwei der Jugendteams gab es kürzlich Qualifikationsturniere zur
nächsthöheren Liga, wobei die U 16 den Aufstieg in die Landesliga knapp verpasst hat und der U 18 nachSiegengegen Frechen und Lohmar der Sprung in die Oberliga und damit in die dritthöchste Klasse in NRW geschafft hat. Einen Boom durch die  Europameisterschaft sieht der als „Big Mike“ bekannte Coach zwar noch nicht, doch gebe es auch andere Gründe, die den Basketball-
Sport populärer werden lassen. In erster Linie sind das die Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga NBA, die den Jugendlichen bekannt sind und denen sie nacheifern wollen, vor allem in den jungen Altersklassen U12 und U14. „Viele kommenwie ich selber damals auch über Streetball zum Basketball, das sehe ich gerade auch bei meiner eigenen Tochter, die fragt, ob sie das nicht auch mal spielen kann?“, erzählt Michael Hilgers, der früher aktiver Spieler war und jetzt seit zweieinhalb Jahren Trainer ist. Er hofft, dass die Erfolge der deutschen Basketballer bei der EM zuweiteren Synergieeffekten führen und vielleicht noch mehr Jugendliche den
Sport ausüben möchten. Wobei er aber auch anmerkt, dass Basketball immer noch ein Nischendasein führe und die Spiele der deutschen Mannschaft nicht im Fernsehen, sondern nur per Streaming verfolgt werden können.

 

„Sport im Park“

Zur Werbung für den Basketballsport tragen aber auch Kurse in Schulen oder die Teilnahme der SG Baesweiler/Herzogenrath an der
Aktion „Sport im Park“ in beiden Städten in diesem Sommerbei. Und sollten nach Dirk Nowitzki in naher Zukunft weitere deutsche Spieler wie NBA-Star Franz Wagner, der für das deutsche Team spielt, populärer werden, dann hofft Hilgers durchaus auch auf einen weiteren Boom in den Hallen der SG, die in der Grengracht-Halle in Baesweiler und am Schulzentrum in Herzogenrath trainieren.

 

Beitrag vom 12.9.2022


SG U18m steigt in die Oberliga auf!

Unsere U18m konnte das gestrige Qualifikationsturnier in der heimischen Grengrachthalle gewinnen und spielt nächste Saison in der Oberliga.
Zunächst bezwangen die Jungs die TS Frechen mit 80:64. Das Spiel um den ersten Platz konnte sodann ebenfalls souverän mit 81:51 gegen TV Lohmar gewonnen werden.

Gratulation an Coach Mike und das Team!

 

Leider verpasste unsere U16m, an dem Wochenende zuvor, den Aufstieg in die Landesliga. Gegen die SG Sechtem verlor man unglücklich mit zwei Punkten. Hier fehlte ab und an das nötige quäntchen Glück, um dann mit einem guten Gefühl ins letzte Spiel zu gehen. Die Drangons aus Rhöndorf ließen sich den zweiten Sieg aber nicht nehmen und gewannen gegen unsere Jungs mit mehr als 10 Punkten und machten somit den Aufstieg für sich klar.

 

Beiden Teams wünschen wir viel Erfolg für die kommende Saison und bedanken uns bei allen Zuschauern, die an beiden Tagen für eine großartige Stimmung gesorgt haben.

 

Beitrag vom 29.08.2022


Top-Teamgeist in der Spielgemeinschaft

Eingeschworene Gemeinschaft: die U18-Mädchen der SG Herzogenrath-Baesweiler und ihre Trainerin Annika Plum. | Foto: Günther von Fricken
Eingeschworene Gemeinschaft: die U18-Mädchen der SG Herzogenrath-Baesweiler und ihre Trainerin Annika Plum. | Foto: Günther von Fricken

Basketball ist bei Mädchen immer beliebter. Ein Beispiel: Die Kooperation zwischen Herzogenrath und Baesweiler.

Von Günther von Fricken (Aachener Nachrichten)

 

Um die Stangen dribbeln, ein gelungener Pass auf die Mitspielerin, dann ein Wurf in den Korb. Da sind Schnelligkeit, Konzentration und Sprungkraft gefragt, aber auch das richtige Zusammenspiel im Team. Das weiß Trainerin Annika Plum, wenn sie den Mädchen der U18 der Basketball-Spielgemeinschaft SG Herzogenrath-Baesweiler beimTraining die Anweisungen gibt.
Und die elf Mädchen hören genau zu, sind mit Begeisterung bei
der Sache. Sie beweisen eindrucksvoll: Basketball ist kein Sport nur für Jungs. „Klar, die Zahl der Jungs, die Basketball spielen, ist größer als die Zahl der Mädchen. Aber es werden immer mehr Mädchen, diezum Beispiel durch den Schulsport oder durch Streetball-Spiel mit Freunden auf der Straße den Weg in unseren Verein finden“, berichtet Annika Plum.
Bis zum Alter von 14 können Jungen und Mädchen in den U12- und U14-Mannschaften gemeinsam trainieren, ab der U16 spielen sie
getrennt. Wobei das „U“ für unter steht, und konkret bedeutet es bei den Mädels der U18 der SG, dass die Spielerinnen zwischen 12 und
17 Jahren jung sind.
„Die Mädchen möchten dann lieber unter sich sein“, schildert die Trainerin ihre Erfahrungen.Und dabei gibt es nach ihrenWorten eigentlich gar keine großenVoraussetzungen zu erfüllen. „Bei uns können die Mädchen alles lernen. Jede macht mit, so gut sie kann. Und auch die Größe spielt nicht unbedingt eine Rolle. Entscheidend sind der Spaß und der Zusammenhalt im Team, das schweißt die Mädchen so richtig zusammen. Viele haben bei uns einfach mal reingeschnuppert und sind dabeigeblieben“, sagt sie weiter.
Nachdem einige Mädchen zuletzt altersbedingt zu den Frauen gewechselt waren, verzeichnet das Mädchen-Team nach Werbe-Aktionen über Instagram, Flyer sowie Mundpropaganda innerhalb der Schulen jetzt wieder einen verstärkten Zulauf. Was übrigens für
den gesamten Jugendbereich gilt.
Über 100 Jugendliche werden von neun Jugendtrainern in den einzelnen Altersklassen gecoacht. „Sonntags können die Kleinsten
bis sechs Jahre den Sport kennenlernen, für die Teams ab der U12 haben wir ein konsequentes Trainingsangebot“, beschreibt Vorstandsmitglied Willi Trebeß das Erfolgsrezept der SG, die aus den beiden Trägervereinen BBC Herzogenrath und dem Basketball Club Baesweiler „Lions“ besteht. Trainiert wird, so ergänzt der für die Jugendabteilung zuständige Alfons Hochmuth mit dem Hinweis auf ein großes Einzugsgebiet der Spielerinnen und Spieler, sowohl in Herzogenrath als auch in Baesweiler.
Dort finden auch die Heimspiele statt, wobei die Mädchen der U18 in der Mädchen-Liga gegen zwei weitere Teams aus Aachen
und Düren antreten. „Hinzu kommen natürlich Turniere und Freundschaftsspiele“, so Annika Plum, die Lehrerin am Gymnasium in Baesweiler ist. Zwei Mal pro Woche begrüßt sie die elf Spielerinnen zumTraining, die wir natürlich auch gefragt haben, was für sie der besondere Anreiz am Basketball ist.

Die 14-jährige Nafisa ist durch ihre Familie zum Sport gekommen, schon Vater und Bruder sind im Basketball aktiv. „Mit meinem Vater habe ich als Kind öfter Basketball gespielt und war dann vomVerein begeistert, in dem vor allem der Teamgeist toll ist“, sagt sie. Paula (15) ist vomTenniszumBasketball gewechselt. „Ich wollte lieber einenTeamsport als einen Einzelsport machen und habe vom Basketball-Teamerfahren. Der Sport macht Spaß, und der Zusammenhalt ist einfach super“, sagt sie. Lina (13) hat mit ihrem Vater draußen öfter Basketball gespielt und ist bei der Suche nach einem Verein auf die SG gestoßen, von dem sie nach einem Schnuppertraining sofort angetan war.
Seit dem Ende der Sommerferien macht es die Corona-Verordnung den U18-Mädchen wie auch allen anderen Mannschaften wieder
möglich, Idolen wie Dirk Nowitzki, Michael Jordan oder Dennis Schröder nachzueifern. Diese drei spiel(t)en in der amerikanischen NBA, durch deren Fernsehpräsenz der Sport hierzulande immer populärer wurde. „Mittlerweile boomt der Sport, und jetzt nach der Corona-
Pause scheint es zunehmend chic zu sein, Basketball zu spielen“, freut sich Willi Trebeß.

 

Beitrag vom 8.3.2022